Der 2.Auftrag oder Vorne Hui,hinten Pfui !

 

Der zweite Auftrag. Während meines ersten Auftrages trudelten fast täglich neue Angebote ein. An manchen Tagen war es so schlimm, dass ich das Telefon ausschalten musste um meiner normalen Tätigkeit nachgehen zu können. Es folgten die spöttischen Bemerkungen meines Kunden, der meinte er würde jetzt auch als Mietkoch arbeiten. Da könnte man ja mehr verdienen wie er  jetzt hier in seinem Restaurant .Meine Antwort sollte eigentlich lauten. „Hätten Sie vom Anfang an alles richtig gemacht, würden Sie jetzt auch Geld verdienen“. Aber Kundenorientiert sagte ich dann brav, „Ja, es läuft gut an “ und der Kunde war beruhigt. Und so war mein nächster Kunde schnell gefunden. Eine Krankeitsvertretung für ein paar Wochen. Also machte ich mich auf den Weg zum Auftrag Nummer zwei. Eine gewisse Spannung ist immer dabei und man fragt sich, was einen wohl bei diesem Auftrag erwartet. Zum damaligen Zeitpunkt hatten einige Mietköche in Deutschland einen schlechten Ruf als ungepflegte, dem Alkohol nicht abgeneigte Köche, hinterlassen. Um diesem entgegenzutreten, erfolgte das Erstgespräch immer professionell  im dunklen Anzug mit Referenzliste und Zeugnissen. Und so traf ich dann am frühen Abend in ein großes feudales Hotel Restaurant ein, das augenscheinlich gerade frisch renoviert war. Überall saßen Gäste, ein guten Zeichen für einen florierenden Betrieb. Anscheinend sah man in mir eher den Gast, als den Koch und wollte mich zu einem Tisch geleiten. Nach kurzer Klärung wurde ich dann an einem kleinen Tisch plaziert.Nach kurzer Wartezeit kam der Besitzer des Hauses um mir die Situation zu erklären. Im Grunde ist es eigentlich immer das gleiche. Die Gründe für einen Einsatz sind entweder Krankheitsfälle, Köche die Spontan das Handtuch geschmissen haben oder gekündigt wurden oder Unterstützung bei Neueröffnungen. In einem Fall habe ich auch davon gehört, dass eine komplette Brigade den Dienst quittiert hat. Nun, in diesem Fall war es dann einfach ein erkrankter Koch. Und nun folgte der Weg zur Küche durch einen wirklich prachtvollen Betrieb an dem wirklich an nichts gespart worden war. Oh, hatte ich an nichts geschrieben. Der Eintritt in die Küche machte mich dann nämlich für 2 Sekunden wirklich sprachlos. Dann rutsche mir spontan heraus. „Ja, wie immer Außen Hui,innen Pfui“. Und damit meinte ich die vor mir liegende Küche. Das erinnerte mich eher an ein Provisorium als an eine Küche. Und in der Küche standen keine Köche sondern wohl merklich nur Auszubildende, die mich anscheinend für einen Vertreter hielten. Nach kurzer Klärung meines Hierseins, erfuhr ich dann auch die Namen der 3 Auszubildenden und in welchem Ausbildungsjahr sie sich befanden. Während der ganzen Zeit fuhren meine ungläubigen Blicke durch die Küche und in meinem Kopf stellten sich die ersten Überlegungen an, wie ich hier wohl Kochen könnte. Dann folgte meine Obligatorische Frage, die ich in jedem Betrieb am Anfang meines Einsatzes stelle. „Möchten Sie dass ich etwas verändere, oder soll ich alles so lassen wie es ist“. Leider höre ich viel zu oft den gleichen Satz. „lassen sie alles so, wie es ist“. Ok, aber das war hier kaum möglich, wollte man hier auch nur ein Essen schicken. Allein die Hygienischen Bedingungen waren schon eine mittlere Katastrophe.

Es geht weiter…..

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